Zwar nichts Neues bezüglich des Erscheinungsdatums etc., aber einige sicherlich interessante Info’s zur “Lizzie”, die demnächst bei FS Addon für den FSX erscheinen wird
“Die ‘Lizzie’ hatte etwas von einer Libelle an sich, der rundlich-pummelige Rumpf mit den schlanken Flügeln, die aussahen, als wollten sie sich von ihrem Rumpf trennen. Leute ohne große Ahnung von Flugzeugerkennung unterschieden zwei Arten von Flugmaschinen – Flugzeuge und Lysanders.”
Bill Gunston, Aviatik-Historiker
Das erste für die RAF zweckgebaute Flugzeug zur Unterstützung der Bodentruppen war die Westland Lysander. Sie füllte nun die Rolle aus, welche bisher umgebaute Bomber wie die Hawker Hector hatten. Der P.8 von Westland lagen die Air Ministry Spezifikationen A 39/34 zugrunde, sie flog am 15. Juni 1936 erstmals. Nach den ersten Prüfflügen wurden einige Verbesserungen angebracht, bevor der Prototyp an der SBAC-Vorführung (dem Vorläufer der Farnborough Airshow) demonstriert wurde.

Diese Änderungen blieben im wesentlichen die einzigen, bevor das Flugzeug bei Westland ab 1937 in Serie gebaut wurde. Ein erster Auftrag zum Bau von 144 Lysander wurde im September 1936 vergeben, und als erste Einheit rüstete die 16. Sqn in Old Sarum im Juni 1938 darauf um. Diese Bodenunterstützungs-Staffel verfügte bis dahin über die Hawker Audax. 1939 lief die Produktion auf vollen Touren, und die RAF erhielt 66 Flugzeuge und 16. Sqn wurden 14 zugeteilt. Bis Kriegsausbruch waren sieben Einheiten mit Lysander ausgestattet und die Hector konnten nun langsam ausgemustert werden. Die meisten erhielten die Mk II Version, sie hatte nun anstelle des 890 PS einen 905 PS Bristol Perseus XII Motor. Nicht weniger als 442 Mk II verließen das Werk, und in Frankreich fanden die erten Einsatzflüge mit der British Expeditionary Force (BEF) statt. Vier Staffeln waren nach Silvester 1940 nach Frankreich entsandt wirden. Als die Kämpfe erst einmal in Gang waren, stellte sich die hohe Verletzbarkeitdes Typs heraus: 11 Lysander verlor man allein zwischen dem 10. und 23. Mai, und dies sollte erst der Anfang sein. Kaum 200mph schnell und dazu bestimmt, in einer sehr feindlichen Umgebung mit von gegnerischen Jägern vom Kaliber der Me109 und 110 dominiertem Luftraum zu operieren, mussten sich die Lysander-Besatzungen auf die ausgeprägte Manöverierbarkeit im Tiefflug verlassen um ihre schwierigen Missionen zu erfüllen. Während der erbitterten Kämpfe über Belgien und Nordfrankreich erzielten einige Besatzungen vereinzelte Abschüsse von Messerschmitt-Jägern und einer Ju 87! Trotzdem bildeten diese Erfolge die Ausnahme und in diesen schweren Monaten gingen total 118 Flugzeuge mit 120 Besatzungen verloren. Die Lysander wurde bald nach dem Alptraum der BEF-Katastrophe von der Front zurückgezogen und die RAF musste die Einsatzpläne revidieren. Ironischerweise erneuerte die Lysander aber ihren guten Ruf durch die Erfüllung von Aufgaben, die ihr eigentlich nie zugedacht waren. Die geheimen Special Duties-Einsätze wurden zur Legende, das Flugzeug erwies sich als ideal für den Abwurf von Versorgungsgütern oder Absetzen von Agenten im Schutze der Dunkelheit beiderseits der Frontlinie. Die Kurzstart und -landeeigenschaften waren ihr Schlüssel zum Erfolg. Aufch die Seenotrettung über dem Kanal war eine wichtige Aufgabe; eine kleine Anzahl von Coastal Command-Staffeln wurden mit passend modifizierten Lysander ausgerüstet (Schauchboote und Versorgungsgüter waren an den Fahrwerksstreben befestigt) und entlang der Küste auf den wichtigsten Flugplätzen verteilt.
“Ursprünglich verlangte die Zusammenarbeit mit Army-Operationen nicht nur excellente Kurzstart- und Lande-Eigenschaften, sondern auch bestmögliche Sicht für den Piloten. Tatsächlich hatte die Lysander dafür die besten Voraussetzungen, vermutlich besser als bei allen anderen vorher oder nachher gebauten Militärflugzeugen. Man saß hoch, wie auf einer Bühne und sah auch über die Motorhaube. Die Sicht nach der Seite und unten war hervorragend, die Seitenfenster konnten fast bis auf Sitzhöhe heruntergeschoben werden; das Dach war bis über die Flächenanschlüsse transparent. Für einen vom Amateur- zum Verbindungspiloten umgeschulten Typen wie mir war die ideal, und in den ersten Kriegsmonaten, als die Lysander ausgeliefert wurden, war dieses Flugzeug eine ideale Ausrüstung.”
Flg Off H. A. Taylor, No 9 Mainteance Unit, Cosford, 1940















